Sicherheitspolitik Estlands

04.08.2011
Das Ziel der Sicherheitspolitik Estlands ist es, seine
Selbstständigkeit und Unabhängigkeit, die territoriale Integrität, die
verfassungsmäßige Ordnung und die öffentliche Sicherheit
aufrechtzuerhalten.
Durch die Mitgliedschaft Estlands in der NATO und in
der EU wird die Umsetzung dieser Ziele gewährleistet.
Ausgehend von dem
Grundsatz, dass die internationale Sicherheit unteilbar ist, beteiligt
sich Estland aktiv an internationalen Krisenbewältigungs- und
Friedensoperationen. Diese Leitprinzipien sind in dem Grundsatzdokument
der Sicherheitspolitik der Republik Estland formuliert, das im Jahr 2010
vom Riigikogu gebilligt wurde.
NATO Estland wurde im Jahr 2004 in die
NATO aufgenommen. Die Mitgliedschaft in dieser kollektiven
Verteidigungsallianz festigt die militärische Sicherheit Estlands,
gewährleistet am effizientesten den Schutz des estnischen Staates und
ermöglicht es, effektiv an der internationalen Sicherheitskooperation
teilzunehmen. Wie auch andere NATO-Mitgliedstaaten fördert Estland den
Ausbau von mobilen und effizienten Streitkräften und erhöht seine
Leistungsfähigkeit für den Einsatz bei den internationalen
Friedensmissionen. In Tallinn ist das NATO-Kompetenzzentrum für
Cyberabwehr ansässig, an dem sich gegenwärtig acht Staaten beteiligen.
Estland wirkte bei der Erneuerung des Strategischen Konzepts der NATO
mit und gehört zu den konsequentesten Unterstützern der NATO-Politik der
offenen Tür. Die gegenwärtig zu bewältigenden
sicherheitspolitischen Herausforderungen erfordern von der NATO
partnerschaftliche Beziehungen zu den anderen internationalen
Organisationen. Der Dialog zwischen der NATO und der
Europäischen Union konzentriert sich in den letzten Jahren
hauptsächlich auf zwei Bereiche: das Krisenmanagement auf dem Balkan und
den Ausbau der militärischen Fähigkeit Europas. Im Zusammenhang mit den
Missionen der Europäischen Union in Afghanistan und im Kosovo hat die
Kooperation zwischen der EU und der NATO bei der Planung und
Durchführung der Missionen erheblich an Aktualität gewonnen. Die
Zusammenarbeit funktioniert auf der praktischen Arbeitsebene, sie soll
aber auf die politische sowie auf die höhere militärische Ebene
ausgedehnt werden. Einen wichtigen Platz nehmen die
Beziehungen der NATO zur Organisation der
Vereinten Nationen (UNO) ein. Die UNO unterstützt die
Tätigkeit der NATO bei der Leitung und Koordinierung des internationalen
zivilen Beitrags in den Regionen, in denen die Missionen durchgeführt
werden. Die möglichen Gefahren für die Sicherheit
Estlands haben zum größten Teil einen globalen Hintergrund, daher legt
Estland Wert auf einen effizienten Dialog und auf die Zusammenarbeit im
Rahmen aller Partnerschaftsprogramme der NATO. Von besonderer Bedeutung
sind für Estland der Euro-Atlantische Partnerschaftsrat, die
NATO-Ukraine-Kommission, die NATO-Georgien-Kommission und der
NATO-Russland-Rat, die dazu beigetragen haben, die Ziele der NATO besser
verständlich zu machen und die Kooperation im Rahmen der Operationen zu
vertiefen. Estland befürwortet eine flexible Handhabung der
Partnerschaftsbeziehungen, um bei Bedarf mit allen Staaten zu
kooperieren, die durch gemeinsame Werte bzw. Interessen verbunden sind.
Darüber hinaus setzt sich Estland dafür ein, dass die Bandbreite der zu
behandelnden Themen im Einklang mit den Belangen der Allianz erweitert
wird. Dazu gehören unter anderen die neuen Sicherheitsthemen wie die
Cyberabwehr und die Energiesicherheit. Estlands
Beteiligung an den Missionen und Operationen der NATO
Estland hat unterschiedliche Einheiten und Spezialisten aus
folgenden militärischen Fachbereichen in die Krisengebiete entsandt:
Infanteristen, Feldjäger, Stabsoffiziere, Mediziner, Spezialisten der
Kampfmittelbeseitigung, Fluglotsen, Militärbeobachter sowie Spezialisten
für Wartungsservice und Frachtabwicklung. Im Jahr 2011 befinden sich
etwa 200 estnische Soldaten ständig im Einsatz.
Afghanistan – Estland begann seinen
militärischen Einsatz in Afghanistan im Jahr 2002 in der von den USA
geleiteten Anti-Terror-Operation „Enduring Freedom“. Seit 2003 beteiligt
sich Estland an der Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe der
NATO (ISAF), die derweil zum wichtigsten Auslandseinsatz des Bündnisses
geworden ist. Die ISAF bedeutet auch für die estnischen Streitkräfte
den größten und wichtigsten Militäreinsatz, an dem im Jahr 2011 bis zu
160 estnische Soldaten beteiligt sind. Der Großteil des estnischen
Kontingents ist in Südafghanistan, in der für die Stabilisierung des
Staates wichtigen Provinz Helmand stationiert. Ausgehend von der
Ausweitung des Engagements der internationalen Gemeinschaft im Jahr
2010, beschloss Estland, seinen zivilen Beitrag zu erhöhen und das
Spektrum seiner militärischen Leistungen zu erweitern.
Im Hinblick auf den staatlichen Wiederaufbau Afghanistans
erachtet Estland es für notwendig, dass die militärischen und zivilen
Mittel aufeinander abgestimmt eingesetzt werden. Demnach gehört
Afghanistan in den nächsten Jahren zu den vorrangigen Zielstaaten der
estnischen Entwicklungszusammenarbeit. Estland erklärte den Ausbau des
Gesundheitswesens in der Provinz Helmand in Afghanistan zum prioritären
Bereich seiner zivilen Aufbauleistungen. Ein estnischer
Gesundheitsexperte nahm im Jahr 2008 seine Tätigkeit in Helmand
auf. Kosovo
(KFOR) – Estland beteiligt sich seit 1999 an
dem friedenssichernden Einsatz der NATO im Kosovo. In den letzten
Jahren entsandte Estland Stabsoffiziere ins Hauptquartier der KFOR sowie
eine ein paar Dutzend Mann starke Infanterie-Einheit, die unter dem
Kommando des dänischen Bataillons in Mitrovica im nördlichen Teil des
Kosovo ihren Dienst tat. Gemäß dem NATO-Beschluss zur Truppenreduzierung
im Kosovo beendete Estland im Februar 2010 den Einsatz der
Infanterie-Einheit. Sein Engagement wird Estland mit einem Stabsoffizier
im KFOR-Hauptquartier fortsetzen.
Irak – Von 2003 bis 2008 beteiligte
sich Estland innerhalb der internationalen Koalition an der Operation
„Iraqi Freedom“. Nach dem Abzug von Kampftruppen nimmt Estland weiterhin
an der NATO-Ausbildungsmission (NTM-I) im Irak mit zwei Stabsoffizieren
teil. NATO-Eingreiftruppe
(NRF) – Estland beteiligt sich seit 2005 an der
schnellen Eingreiftruppe des Bündnisses. Im Jahr 2010 nahm Estland an
der 14. Rotation der NRF mit einer Infanteriekompanie und in
der zweiten Jahreshälfte an der 15. Rotation mit einer Einheit
seiner Seestreitkräfte teil. In dem langfristigen
„Entwicklungsplan der militärischen Verteidigung Estlands für die Jahre
2009-2018“ wird die weitere Beteiligung estnischer militärischer
Einheiten an den von der NATO, der EU und/oder von den Koalitionstruppen
geführten Einsätzen außerhalb seines Hoheitsgebiets
festgelegt. Unter der Bevölkerung Estlands hat die
NATO-Mitgliedschaft stets große Unterstützung gefunden (zwischen
71-78 %). Laut einer Umfrage vom September 2010 unterstützten
78 % aller Befragten die NATO-Mitgliedschaft
Estlands. Europäische Union
Estland ist seit 2004 Mitglied der Europäischen Union. Eine
starke, homogene und international gewichtige Europäische Union liegt im
Interesse Estlands. Eines der wichtigsten und sichtbarsten Bestandteile
der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union
ist die Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP). Diese
Politik ist darauf ausgerichtet, die Sicherheit zu stärken, den Frieden
zu wahren, die internationale Zusammenarbeit und die Demokratie zu
fördern und zur Krisenprävention sowie Krisenbewältigung beizutragen. In
den letzten Jahren hat die Fähigkeit der Europäischen Union zugenommen,
internationalen Sicherheitsbedrohungen entgegenzutreten, und ihre
Aktivitäten sind in erheblichem Maße effizienter geworden. Der in Kraft
getretene Lissabon-Vertrag versetzt die Europäische Union in die Lage,
die gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik der Europäischen
Union weiter auszubauen. Estlands Ziel ist es,
wirksam an der Verbreitung der Menschenrechte und demokratischer Werte
sowie an der Schaffung wirtschaftlicher Stabilität mitzuwirken. Estland
hat großes Interesse daran, dass die Europäische Union eine aktive Rolle
in den EU-Nachbarstaaten spielt, es unterstützt die Förderung der
Europäischen Nachbarschaftspolitik (ENP) und nimmt an der Ausarbeitung
des Maßnahmenpakets zur weiteren Stärkung der ENP teil. Estland erhöhte
bereits seine Präsenz in mehreren Zielstaaten der ENP und beabsichtigt,
diese zukünftig noch mehr auszuweiten. Es setzt in einigen
ENP-Zielstaaten, insbesondere in Georgien, in der Ukraine und in Moldau
mehrere Projekte der Entwicklungszusammenarbeit um.
Estlands Beteiligung an den Missionen und Operationen der
Europäischen Union Estlands trägt dazu bei, den
Ausbau der militärischen und zivilen Fähigkeiten der Europäischen Union
zur Krisenbewältigung voranzubringen. Estnische Polizisten,
Grenzschützer, Zollbeamte und Spezialisten anderer ziviler Bereiche
setzen ihre Tätigkeit im Rahmen der EU-Missionen auf dem westlichen
Balkan, in Georgien und Afghanistan fort.
Afghanistan (EUPOL AFG) – Unter dem
Aspekt der Stabilisierung Afghanistans gehört der Ausbau des inneren
Sicherheitssektors zu den obersten Prioritäten, allerdings stellt die
prekäre Sicherheitslage eine ernste Herausforderung für die Europäische
Union dar. Die Mission befasst sich mit dem Aufbau des afghanischen
Polizeisystems, und an dieser Arbeit sind im Jahr 2011 auch drei
estnische Experten beteiligt. Kosovo (EULEX
Kosovo) – Der Schwerpunkt der Mission liegt darin,
die Arbeit der Justiz, der Polizei, des Grenzschutzes und der
Strafvollzugsanstalten zu betreuen und zu beobachten. Zu dieser zivilen
Mission hat Estland sechs Experten entsandt.
Bosnien und Herzegowina (EUPM) –
Die erste zivile Operation der ESVP nahm ihre Tätigkeit im Jahr 2003
auf. Die Hauptaufgabe der Mission ist es, bei der Umsetzung der
Polizeireform beratend tätig zu sein. An der Mission nimmt ein
estnischer Polizist teil. Georgien
(EUMM) – Bei der EU-Beobachtermission zur Überwachung
und zur Kontrolle der Umsetzung des Friedensplans, der infolge des
Kaukasus-Konflikts im August 2008 angenommen wurde, sind drei estnische
Experten eingesetzt. Irak (EUJUST
LEX) – Die Mission zielt darauf ab, irakischen
Justizbeamten eine Ausbildung anzubieten. Am wichtigsten sind die
jeweils von den Mitgliedstaaten im eigenen Land veranstalteten Kurse und
Praktika. Im Jahr 2009 wurden zwei irakische Strafvollzugsbeamte in
Estland ausgebildet. Bosnien und
Herzegowina (EUFOR Althea) – Kernziel der
EU-Operation ALTHEA ist es, die Einhaltung der Bestimmungen des
Friedensabkommens von Dayton/Paris abzusichern und in Bosnien und
Herzegowina ein sicheres und stabiles Umfeld zu schaffen. Estland
beteiligt sich mit zwei Stabsoffizieren. In den
europäischen Einsatzgruppen (EU-Battlegroups) engagiert sich Estland im
Rahmen der Nordic Battle Group (NBG). Die letzte Einsatzperiode der NBG
erfolgte in der ersten Hälfte des Jahres 2011.
EU NAVFOR – Operation Atalanta.
Seit November 2010 beteiligt sich das sogenannte „Vessel Protection
Detachment“ (VPD) Estlands an der EU-geführten Anti-Piraterie-Mission in
den Küstengewässern vor Somalia. Bi- und
multilaterale Kooperation im Bereich der Sicherheit
Neben der EU- und NATO-Mitgliedschaft legt Estland viel Wert
auf die Zusammenarbeit im Rahmen anderer internationaler Organisationen,
in erster Linie in der UNO, in der OSZE und im Europarat.
Estland ist seit 1991 Mitglied der Organisation der Vereinten
Nationen. Estland hält die Zusammenarbeit im Rahmen des Gremiums für
unerlässlich, um internationalen Frieden und Sicherheit zu
gewährleisten, und unterstützt es im Wesentlichen dabei, die Ziele der
Entwicklungshilfe zu verwirklichen, den Frieden zu sichern und den
internationalen Terrorismus zu bekämpfen. Estland kandidiert für einen
nicht-ständigen Sitz im VN-Sicherheitsrat für den Zeitraum 2020/2021.
Für Estland ist es von Belang, dass die Resolution 1325 des
VN-Sicherheitsrats „Frauen, Frieden und Sicherheit“ im Rahmen der
internationalen Kooperation und des gemeinsamen Handelns erfolgreich
umgesetzt wird. An der Friedensmission der Vereinten Nationen UNTSO im
Nahen Osten beteiligt sich ein estnischer Militärbeobachter.
Seit 1991 ist Estland Mitglied der Organisation für Sicherheit
und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Die OSZE hat ein breit angelegtes
Sicherheitskonzept, das die militärische, wirtschaftliche und
menschliche Dimension umfasst. Im Bereich der militärischen und
sicherheitspolitischen Zusammenarbeit beteiligt sich Estland aktiv an
der Kooperation, die sich aus dem Wiener Dokument der OSZE und dem
Vertrag über den Offenen Himmel ergibt. Estnische Experten beteiligen
sich an der Arbeit der OSZE-Missionen auf dem westlichen Balkan, im
südlichen Kaukasus und andernorts. Estland ist seit
1993 Mitglied des Europarats. Der Europarat ist eine unersetzliche,
normative Organisation, die sich für den Schutz der Menschenrechte
einsetzt. Hinsichtlich der Themen im Bereich der Sicherheit hält Estland
es für wichtig, die Kooperation im Rahmen des Europarats zu stärken, um
gegen den Terrorismus und das organisierte Verbrechen, darunter
Cyberkriminalität und Menschenhandel, vorzugehen.
Estland ist den meisten internationalen Gremien zur
Koordinierung der Kontrolle von strategisch wichtigen
Gütern beigetreten, wie dem Wassenaar-Abkommen, der
Australischen Gruppe und der Gruppe der
Kernmaterial-Lieferländer. Ein wesentliches Thema
für Estland im Bereich der internationalen Zusammenarbeit ist die
Reaktion auf neue Sicherheitsrisiken, insbesondere die Gewährleistung
der Cybersicherheit. Die Verletzbarkeit des
virtuellen Netzes stellt heute eine ernsthafte Sicherheitsbedrohung dar,
die alle Staaten angeht und auf globaler Ebene bekämpft werden muss. Es
ist darauf zu achten, dass die Ausweitung der Sicherheit im Cyberraum
sich nicht nachteilig auf die Menschenrechte auswirkt. Gemäß der von der
Regierung Estlands verabschiedeten Strategie der staatlichen
Cybersicherheit soll das Thema mithilfe verschiedener Organisationen ins
Bewusstsein gebracht werden und die internationale Kooperation unter
den gleichgesinnten Staaten im Bereich der Computersicherheit gefördert
werden. Estlands Anliegen ist es, dass die Konvention des Europarats zur
Bekämpfung der Cyberkriminalität eine möglichst breite internationale
Unterstützung erfährt. In Tallinn ist das NATO-Kompetenzzentrum zur
Abwehr von Cyberangriffen errichtet worden. Estnische Erfahrungen im
Bereich der Cybersicherheit sollen weiterhin weltweit weitergegeben
werden. Im Bereich der bilateralen Zusammenarbeit
ist die Sicherheits- und Verteidigungskooperation mit den USA,
Großbritannien, Deutschland und Frankreich von erheblicher Bedeutung.
Die engste Kooperation pflegt Estland jedoch zu seinen nordischen
Nachbarn Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden sowie zu den
südlichen Nachbarn Lettland und Litauen. Die
langjährige trilaterale Zusammenarbeit Estlands, Lettlands und Litauens
verändert sich gemäß den Zielen und Herausforderungen, die sich aus der
NATO-Mitgliedschaft ergeben. Mehrere bereits vor längerer Zeit
eingeleitete trilaterale Projekte haben bis heute Bestand, einige wurden
nach Erreichen des Ziels beendet wie zum Beispiel BALTBAT und BALTSEA.
Die wichtigsten aktuellen Projekte der längerfristigen trilateralen
Zusammenarbeit der baltischen Staaten sind BALTRON, BALTNET und
BALTDEFCOL. BALTRON oder der Minenabwehr-Verband ist
ein gutes Beispiel für eine erfolgreiche Kooperation zwischen den
baltischen Marinestreitkräften. BALTNET oder das
Luftraumüberwachungssystem wurde 1998 zur Beschaffung, Koordinierung,
Verbreitung und Darstellung der Luftraumüberwachungsdaten in den
baltischen Staaten zusammen mit der in Litauen beheimateten
Koordinationsstelle des Regionalen Luftraumüberwachungssystems (RASCC)
gegründet. BALTDEFCOL oder die Baltische
Verteidigungsakademie wurde 1998 in Tartu gegründet, um den Offizieren
von Estland, Lettland und Litauen und deren Partnerländern eine höhere
militärische Ausbildung zu gewähren. Hauptfunktion der
Verteidigungsakademie ist es, gemäß den NATO-Standards Kurse für
Generalstabsoffiziere (Joint Command and General Staff Course)
durchzuführen. Seit 2004 werden höhere Generalstabslehrgänge (Higher
Command Studies Course) angeboten. An der Akademie werden zurzeit
Offiziere und höhere Staatsbeamte aus etwa 20 Staaten ausgebildet. Dazu
werden auch ausländische Lehrkräfte aus verschiedenen Staaten
herangezogen. Die von der NATO in Estland, Lettland
und Litauen durchgeführte Luftraumüberwachungsmission ist ein sehr
bemerkenswerter Ausdruck der NATO-Solidarität. Die drei Staaten
übernehmen dabei selbst einen Teil der Kosten und leisten einen Beitrag
zum Schutz des Luftraums, in dem sie erforderliche Bodensysteme zur
Luftraumsicherung entwickeln oder sich auf andere Art einbringen. Um die
genannte staatliche Fähigkeit zu verbessern, baut Estland in enger
Kooperation mit der NATO den Militärflughafen Ämari aus.
 
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