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Naturtourismus


Estland ist ein Land mit einer besonders schönen Natur. Mit seinen der sibirischen Taiga ähnlichen Wäldern, seinen skandinavischen Hochmooren, an Wildgänsen und Watvögeln reichen Auwiesen, seiner eindrucksvollen Küstenlinie, seiner geringen Besiedlung, den (nahezu) leeren Landstraßen und einer ausgezeichneten Infrastruktur wird Estland mehr und mehr zu einer von Naturfreunden aus ganz Europa bevorzugten Adresse.

 

Der 3 794 km lange Küstenstreifen ist von zahllosen Inseln und Halbinseln verschiedenster Größe gesäumt, das Festland vielerorts in große und kleine Buchten und Meerengen unterteilt. Angesichts der Seen, Flüsse und Hochmoore hat sich eine natürliche Vielfalt entwickelt, die mittlerweile Pflanzen- und Tierarten sowohl aus Sibirien als auch aus den warmen Regionen Südeuropas umfasst, wobei Estland für viele Arten die westliche bzw. nördliche Verbreitungsgrenze darstellt.

 

Die estnischen Wälder sind durch ihre zahlreichen Säugetierpopulationen bekannt; zum Beispiel wurden 700-800 Luchse gezählt, mehr als 150 Wölfe, 500-600 Braunbären und ca. 20 000 Biber – dies sind angesichts eines so kleinen Landes gewaltige Zahlen. Insgesamt sind in Estland 64 Säugetierarten registriert worden, von denen etliche zu den seltenen Arten Europas zählen. Als am meisten gefährdet gelten der Europäische Nerz, verschiedene Schläfer (Gliridae) sowie das Flughörnchen. Zusätzlich zu den heimischen sind fremde Arten wie der Marderhund, der Amerikanische Nerz sowie die Bisamratte eingewandert.

 

Trotz der geringen Größe und der nördlichen Lage ist Estland ein ausgezeichneter Standort für die Beobachtung von Schmetterlingen und Libellen. Aufgrund der jüngsten Geschichte (militärische Sperrgebiete) besteht ein Großteil des Territoriums aus vollkommen unberührter Natur. Jetzt setzen sich vielerorts sogenannte nicht intensive Landwirtschaftssysteme durch, die dazu beitragen sollen, dass die Landschaft für viele Pflanzenarten als Lebensraum erhalten bleibt. In Estland trifft man überall auf blühende Wiesen, natürliche Wälder und weitläufige Moorareale. Durch die Vielfalt der Lebensräume gibt es zahlreiche Insektenarten, die anderswo in Europa selten geworden sind, zum Beispiel den Schwarzen Apollofalter (Parnassius mnemosyne), den Hochmoorgelbling (Colias palaeno), den Großen Feuerfalter (Lycaena dispar), die Sibirische Winterlibelle (Sympecma paedisca) sowie die Zierliche Moosjungfer (Leucorrhinia caudalis).

 

Eine Auswahl aus den vielgestaltigen Lebensräumen, zu denen Laub- und Nadelwälder, Steilküsten, Dünen, sandige und steinige Strände gehören, ist in einer Liste zusammengefasst, die derzeit fast 1 500 Arten von Blütenpflanzen beinhaltet. Für etwa 300 Arten bildet Estland die Nord- bzw. Südgrenze der Verbreitung, darüber hinaus gibt es Arten, für die Estland die West- bzw. Ostgrenze darstellt. Infolge dieser Verbreitung gibt es eine einmalige Artenzusammensetzung. Der größte Teil (71 Arten) besteht aus Pflanzen, die sich nicht weiter nach Norden verbreiten, zum Beispiel die Binsenschneide, die Sand-Strohblume, der Wiesen-Siegwurz, die Wohlriechende Händelwurz, das Kleine Knabenkraut, der Zottige Spitzkiel. Ein kleinerer Teil (50 Arten) hat die Ostgrenze seiner Verbreitung erreicht, zum Beispiel die Stumpfblütige Binse, die Eibe und die Felsen-Mehlbeere. An der südlichen Grenze ihrer Verbreitung befinden sich das Alpen-Hornkraut, der Zwergschachtelhalm, der Alpenspitzkiel, die Arktische Brombeere, der Dornige Moosfarn. Letztere sind nur auf den südestnischen Höhenzügen zu finden. Die Moehringia lateriflora und das Kreuzkraut kennzeichnen die Westgrenze ihres Areals.

 

Wegen seiner Lage und der Gliederung seiner Küstenlinie gehört Läänemaa (Westestland) zu den bedeutendsten Zugvogelrouten für Millionen arktischer Wasservögel, die von ihren Überwinterungsplätzen zu ihren Nistplätzen (und zurück) ziehen – ein Highlight für die Vogelbeobachtung. Naturbelassene Flachwasserareale, schützende Buchten und Landzungen, Küstenwiesen, Moore, Brackwasser sowie Hunderte von kleinen Inseln sind ebenfalls wertvolle Futter- und Rastplätze. Die geeignetsten Orte für die Beobachtung von Wasser- und Watvögeln befinden sich im Matsalu-Nationalpark und im Naturschutzgebiet von Silma. Läänemaa ist auch als Sammelplatz des Grauen Kranichs bekannt. Etwa 30 000 Kraniche sammeln sich alljährlich im Herbst nahe der Matsalu-Bucht und des Silma-Brackwassers, um auf den umliegenden Feldern auf Nahrungssuche zu gehen. Es zählt zu den unvergesslichen Erlebnissen der Vogelbeobachtung, die Kraniche im goldenen Abendlicht der letzten Septemberwochen ihre Übernachtungsplätze oder aber im frühen Morgennebel die Felder anfliegen zu sehen.

 

Weitere Informationen:

Estonian Nature Tours, www.naturetours.ee

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