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Sport 2010


 

Die Esten sind ein sportbegeistertes Volk, das die Bewegungslust im Blut hat. Neben der Freude an eigener sportlicher Betätigung wird stets mit den Leistungen der Landsleute in den Arenen des Spitzensports mitgefiebert. Der Erfolg estnischer Sportler bei internationalen Wettkämpfen verschafft dem ganzen Volk reichlich positive Emotionen sowie große Siegesfreude, und der in dieser Weise entstehende Zusammenhalt lässt die Sorgen des Alltags zeitweise vergessen.

 

In der Welt des Sports ist Estland am besten bekannt als ein Land des Skisports. Der Skilanglauf hat für die Esten eine besondere Bedeutung und eine jahrelange Tradition. Der größte Erfolg bei den Olympischen Spielen wurde gerade in dieser Disziplin verzeichnet. Bei der Winterolympiade in Salt Lake City 2002 gewann Andrus Veerpalu eine Gold- und eine Silbermedaille, Jaak Mae eine Bronzemedaille. Im Jahr 2006 bei der Winterolympiade in Turin konnte der Siegeszug fortgesetzt werden, und die estnische Hymne erklang sogar drei Mal zu Ehren der Olympiasieger. Andrus Veerpalu wurde bei starker Konkurrenz wieder zum Olympiasieger gekürt, jedoch wurde Kristina Šmigun mit ihren zwei Goldmedaillen zur Heldin der Spiele von Turin. Die Nachrichtenagenturen der Welt äußerten sich verblüfft, dass Einwohner der südestnischen Kleinstadt Otepää im Skilanglauf drei Goldmedaillen erkämpften – mehr als Norwegen, Finnland, Russland oder etwa Deutschland. Die Olympiasiegerin von Turin, Kristina Šmigun, war auch bei den Olympischen Spielen in Vancouver 2010 erfolgreich, indem sie eine Silbermedaille gewann.

 

Die Kleinstadt Otepää im malerischen Südestland, ein Mekka für Skilangläufer, ist einmal im Jahr voller ausländischer Sportenthusiasten, wenn hier der Weltcup im Skilanglauf durchgeführt wird. Otepää hat sich in den letzten zehn Jahren zu einem beliebten Austragungsort der Wettkämpfe entwickelt, denn hier feuern die zahlreichen Zuschauer begeistert nicht nur ihre eigenen Sportler, sondern auch ausländische Athleten an.

 

In den schneereichen Wintern ist das Skilaufen ein Vergnügen für die ganze Familie. Die Skisaison erreicht ihren Höhepunkt mit dem 60 Kilometer langen Tartuer Marathon, der für tausende Menschen eine große Herausforderung ist, um ihre körperliche Verfassung auf dieser schweren Strecke auf die Probe zu stellen. Der Tartuer Skimarathon gehört zu der internationalen Worldloppet-Serie. Im Jahr 2009 nahmen zum Beispiel über 6 000 Skilangläufer daran teil.

 

Im Sommer richtet sich das besondere Augenmerk der Esten auf die Leichtathletik-Wettkämpfe. Nach Erki Nool, der in den 90er Jahren den estnischen Sport in Europa am meisten bekannt machte und im Jahr 2000 in Sydney Olympiasieger im Zehnkampf wurde, stiegen auch andere estnische Leichtathleten in die Weltklasse auf: Andrus Värnik, der Speerwurf-Weltmeister 2005, der Diskuswerfer Aleksander Tammert, der es 2004 zu Olympia-Bronze brachte, und Gerd Kanter, der bei den Olympischen Spielen in Peking 2008 im Diskuswurf zum Olympiasieger gekürt wurde. In die Spitzenklasse dieser Disziplin stieg er bereits ein Jahr zuvor auf, als er 2007 in Osaka den Weltmeistertitel holte. Gerd Kanter, der in den letzten Jahren zum besten Sportler des Jahres in Estland gewählt worden ist, hat sich als nächstes Ziel gesetzt, einen neuen Diskus-Weltrekord aufzustellen. Seine jetzige persönliche Bestleistung stellt zugleich den drittbesten Diskuswurf aller Zeiten weltweit dar.

 

An die Weltspitze streben weitere begabte Leichtathleten: Der Zehnkämpfer Mikk Pahapill und die Weitspringerin Ksenia Balta, die bei den Europäischen Hallenmeisterschaften 2009 Gold holten, und Kaire Leibak, die bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2006 im Dreisprung eine Goldmedaille gewann.

 

Es ist wohl der Traum eines jeden Sportlers, Erfolg bei den Olympischen Spielen zu haben. Trotz der kleinen Einwohnerzahl ist Estland bei den letzten Olympischen Spielen ein erfolgreicher Medaillengewinner gewesen. Neben den Skisportlern und Leichtathleten haben uns Ruderer und Judo-Sportler viel Freude bereitet. Bei der olympischen Ruder-Regatta in Peking 2008 wurde die langjährige Arbeit der estnischen Ruderer gebührend ausgezeichnet. Bei seinen sechsten Olympischen Spielen in Peking holte Jüri Jaanson gemeinsam mit Tõnu Endrekson eine Silbermedaille im Doppelzweier, in Athen 2004 erkämpfte sich Jaanson im Ruder-Einer eine Silbermedaille. Den Trophäenschrank von Jüri Jaanson sowie Tõnu Endrekson schmücken zudem einige Medaillen von Weltmeisterschaften. Seinen ersten Weltmeistertitel errang Jaanson, der auf eine lange Sportlerkarriere zurückblicken kann, bereits im Jahr 1990.

 

Im Judo waren Indrek Pertelson und Aleksei Budõlin international sehr erfolgreich – sie gewannen bei der Sommerolympiade 2000 in Sydney jeweils eine Bronzemedaille; Indrek Pertelson wiederholte seinen Erfolg bei der Olympiade 2004 in Athen.

 

Ferner erfreuen sich Mannschaftssportarten wie Basketball und Fußball großer Beliebtheit und werden von vielen Sportbegeisterten betrieben. Der Einzug der Nationalmannschaft in die Endrunde wichtiger Wettkämpfe wird von vielen Esten mit Sehnsucht erwartet.

 

Die Eiskunstlauf-Europameisterschaft in Tallinn war das wichtigste Sportereignis Estlands des Jahres 2010 und gleichzeitig die größte Sportveranstaltung der letzten zwanzig Jahre. Die Wettkämpfe in Tallinn wurden von Millionen Eiskunstlauf-Fans weltweit im Fernsehen verfolgt. Die beste estnische Eiskunstläuferin Elena Glebova kam auf Platz zehn.

 

Sport bewegt nicht nur Menschen, sondern kann einen wichtigen Beitrag zur Förderung internationaler Freundschaft und Zusammenarbeit leisten. Daher sind die Esten glücklich und stolz, dass der Erfolg ihrer Sportler auch im Prozess der Verbesserung zwischenstaatlicher Beziehungen eine Rolle spielt.

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