Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Kultur, Bildung und Wissenschaft

12.01.2009
Bildung, Wissenschaft
Zwischen einer Reihe von deutschen und estnischen Hochschulen besteht eine rege wissenschaftliche Zusammenarbeit. Eine besonders intensive Zusammenarbeit verbindet die Universität Tartu mit den Universitäten in Kiel, Hamburg, Göttingen, Münster, Konstanz, Lübeck und Greifswald. Die seit 1997 jährlich in Tartu stattfindende deutsch-estnische akademische Woche „Academica“ zählt bereits zu den vertrauten Traditionen. Die Bundesregierung unterstützt zudem auch die Europafakultät der Universität Tartu, die auf Initiative Deutschlands und Dänemarks gegründet wurde. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) seinerseits unterstützt die staatlichen Universitäten durch Entsendung deutscher Professoren und Gastlektoren.
Die FernUniversität in Hagen baut in enger Kooperation mit Partnerhochschulen in Estland, Lettland und Litauen das Deutsche Studienzentrum für die baltischen Länder auf und aus. 2002 wurde in Estland zusammen mit der Universität Tallinn das Deutsche Fernstudienbüro eröffnet. An der Universität Tallinn wird der Magister-Studiengang Deutschlandstudien angeboten.
Im Studienjahr 2006/2007 wurde Estnisch an sieben deutschen Universitäten unterrichtet: in Greifswald, Göttingen, Hamburg, Kiel, Mainz, München und Münster. In Göttingen, wo seit 1947 die baltischen Historikertreffen stattfinden und bis 1971 ein fester Mitarbeiter für die estnische Sprache tätig war, nahm im Herbstsemester 2005 eine aus Estland entsandte Lehrkraft für Estnisch ihre Tätigkeit auf.
Im Juni 2002 wurde das Abkommen über schulische Zusammenarbeit zwischen der estnischen und der deutschen Regierung unterzeichnet. Das Abkommen war erforderlich, um das von Deutschland angebotene einzigartige Programm für die Gymnasien, an denen vertieft Deutsch unterrichtet wird (Deutsches Gymnasium Tallinn, Deutsches Gymnasium Kadrioru, Humanistisches Gymnasium Tallinn-Õismäe, Gymnasium Tartu-Raatuse, Hugo-Treffner-Gymnasium Tartu) zu verwirklichen. Die Absolventen dieser Gymnasien erhalten sowohl estnische als auch deutsche Abschlusszeugnisse, d. h. in einer Prüfung wird sowohl die deutsche Abiturprüfung als auch die estnische Staatsprüfung abgelegt. Anschließend haben sie in Deutschland die gleichen Rechte und Möglichkeiten wie die deutschen Abiturienten, da das verliehene Sprachdiplom das Niveau der Deutschkenntnisse nachweist, das zum Studium an den Hochschulen der Bundesrepublik Deutschland berechtigt.
Kultur
Die kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Estland sind sehr rege. Deutsche Kulturinstitute sind in Tallinn und Tartu gegründet worden. Im April 1998 wurde am Deutschen Kulturinstitut Tallinn eine Zweigstelle des Goethe-Instituts eröffnet. Dem Erhalt der deutschbaltischen Kultur dienen die akademischen Gesellschaften für deutschbaltische Kultur. In der Estnischen Nationalbibliothek in Tallinn sowie in der Zentralbibliothek in Pärnu wurden deutsche Lesesäle eröffnet.
Im Herbst 2003 nahm Reet Weidebaum ihre Tätigkeit als Kulturattachée an der Botschaft der Republik Estland auf.
Anlässlich des 90. Jahrestags der Republiken Estland, Lettland und Litauen wurde im Jahr 2008 das umfangreiche Kulturprogramm Essentia Baltica 2008 mit seinen attraktiven Veranstaltungen abgehalten. Estland hatte den Schwerpunkt seiner Veranstaltungen in das Bundesland Baden-Württemberg gelegt und präsentierte unter dem Titel „E wie Estland“ neben der Kultur auch die Bereiche Tourismus, Wirtschaft und Bildung. Die bunte Angebotspalette reichte von Musik (Pop, Jazz, Klassik, Folklore) und modernem Tanz über Design, Literatur und Theater bis hin zu den Kinderprojekten „Kinobus“ und „Forschungsbus“. Einer der Höhepunkte des Festivals war das Freilichtkonzert „Raua needmine“ im Naturtheater Reutlingen (Komponist: Veljo Tormis) mit dem Estnischen Nationalen Männerchor (RAM) und der Folk-Metal-Band „Metsatöll“.
Musik
Bei Kulturereignissen, die vorwiegend von Partnerstädten und Partnerregionen veranstaltet werden, wird oft estnische Musik gespielt. Der bekannteste estnische Chor - der Kammerchor der Estnischen Philharmonie - kommt mehrmals im Jahr nach Deutschland, ebenso das Ensemble der modernen Musik - das „Nyyd Ensemble“. An der Musikhochschule Karlsruhe unterrichtet der estnische Pianist Professor Kalle Randalu.
In Berlin lebt der berühmteste estnische Komponist Arvo Pärt, für dessen Werk der deutsche Verlag Universal Edition die Exklusivrechte hat. Die Uraufführungen der Werke von Pärt haben vorrangig in Deutschland und Estland stattgefunden. Am 9. November 2007 erhielt Arvo Pärt den Internationalen Brückepreis 2007 der Europastadt Görlitz/Zgorzelec.
Ebenso ist der estnische Komponist Erkki-Sven Tüür in Deutschland bekannt, dessen erste Oper „Wallenberg“ im Jahr 2001 in Dortmund und sein Werk für Chor und Saxophon „Meditatio“ im Jahr 2004 in Köln uraufgeführt wurden. Im November 2006 fand die Uraufführung eines neuen Klavierkonzerts von Erkki-Sven Tüür in der Alten Oper Frankfurt statt. 2007 eröffnete das Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks seine Konzertsaison unter der Leitung von Paavo Järvi mit dem Werk „Magna“ von Erkki-Sven Tüür.
Neben dem weltberühmten Maestro Neeme Järvi haben sich mehrere estnische Dirigenten in Deutschland einen Namen gemacht. Seit dem Beginn der Konzertsaison 2006/2007 ist Paavo Järvi Chefdirigent des Sinfonieorchesters des Hessischen Rundfunks in Frankfurt a. M. Im Oktober 2006 dirigierte die Gründerin und Dirigentin des Nordischen Sinfonieorchesters, Anu Tali, in der Berliner Philharmonie das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin. Mit Beginn der Spielzeit 2007/2008 trat Mihkel Kütson sein Amt als Generalmusikdirektor des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters an. Der junge Dirigent gewann im Oktober 2006 den zum ersten Mal ausgelobten Deutschen Dirigentenpreis 2006. Die Finalrunde des fast sechs Jahre andauernden Wettbewerbs erreichte auch der junge Dirigent Hendrik Vestmann, der mit einem Sonderpreis ausgezeichnet wurde.
Estnische Jazzmusiker sind häufig zu Gast auf verschiedenen Festivals in Deutschland und treten mit Konzerten auf. Große Jazzabende wurden in Zusammenarbeit der Estnischen Botschaft, des Jazzkaar-Festivals und des Estnischen Jazzverbandes in Berlin, Stuttgart und Karlsruhe in den Jahren 2005 und 2008 veranstaltet. Der Jazzpreis des Landes Baden-Württemberg wurde im Jahr 2007 an den estnischen Pianisten und Komponisten, Kristjan Randalu, vergeben.
Am 24./25. März 2007 feierten die 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union in Berlin gemeinsam den 50. Jahrestag der Unterzeichnung der „Römischen Verträge“. Die Staats- und Regierungschefs der EU-Länder kamen zu einem informellen Gipfel in Berlin zusammen. Am Brandenburger Tor fand ein großes Open-Air-Bürgerfest, an dem auch Estland mit einem Zelt vertreten war. Im Rahmen der „Europa-Nacht der Schönheit“ in den Staatlichen Museen zu Berlin und der „Europäischen Clubnacht“ traten die estnischen Musiker Villu Veski und Tiit Kalluste sowie der DJ Erkki Sarapuu auf.
Mit einem „Traumergebnis“ von 4 600 Besuchern ging am 13. April 2008 in Flensburg und der deutsch-dänischen Grenzregion das 4. Folkbaltica-Festival mit dem Schwerpunkt Estland zu Ende. Estnische Künstler, unter anderen die Folk-Jazzgruppe „Elletuse“ mit der Sängerin Liisi Koikson, das Familien-Folk-Ensemble „The Johansons“ und das Quintett „Ro:toro“ erhielten viel Beifall.
Theater
Estnische Theater und Dramaturgie sind stetig auf den Theaterfestivals und im Repertoire der Theater in Deutschland vertreten. Die Theaterstücke von Jaan Tätte in der Übersetzung von Irja Grönholm werden in Dutzenden Theatern Deutschlands gespielt. Die Truppen des Stadttheaters Tallinn, des Estnischen Dramentheaters, des „NO99“ und des VAT-Theaters haben Aufführungen in Stuttgart, Bonn, Köln, Hamburg, Berlin, Wiesbaden und anderswo gegeben.
Dank der engen Zusammenarbeit zwischen dem „Kanuti Gildi Saal“ in Tallinn und den Tanzorganisationen Deutschlands beteiligen sich junge estnische Choreografen und Choreografinnen an den Projekten des modernen Tanzes in Deutschland. Im Rahmen des Programms „E wie Estland“ im Bundesland Baden-Württemberg wurde im April 2008 das Labor für Tanz- und Neue Medien (MIM /MusicIsMovementIsMusicIs) in Kooperation mit dem „Kanuti Gildi Saal“ und dem Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe (ZKM) unter der Leitung des Choreografen Taavet Jansen für estnische und deutsche Tanzbegeisterte durchgeführt. Zudem gab es zehn öffentliche Darbietungen des zeitgenössischen estnischen Tanzes.
Film
Als Auftakt zum „Baltic Film Festival“ in Berlin wurde im Kino Arsenal in Berlin im September 2005 die Estnische Filmwoche durchgeführt, deren Initiatorin und Leiterin Gudrun Holz ein buntes und professionelles Programm zusammengestellt hatte. Die Filmwoche mit ihren 63 Filmen, darunter estnische Spielfilme, Zeichentrickfilme und Dokumentarfilme, war das umfangreichste Filmereignis, das nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit im Ausland stattgefunden hat. Mittlerweile ist das Festival, auf dem interessante Publikumsgespräche mit den zahlreich anwesenden estnischen und deutschen Filmfachleuten stattfinden, eine beliebte Tradition geworden. Die diesjährige 4. Filmwoche war dem 90. Jahrestag Estlands, Lettlands und Litauens gewidmet und zeigte ein Retroprogramm „Baltic Classics“.
Im Rahmen des offiziellen Programms der „Berlinale“ im Februar 2007 fand die deutsche Uraufführung des estnischen Zeichentrickfilms „Lotte im Dorf der Erfinder“ („Leiutajateküla Lotte“) im Kino Zoo Palast Berlin statt. Am 23. Februar 2007 lud die Botschaft der Republik Estland zu einem Empfang anlässlich des 89. Jahrestags der Republik Estland ins Kino CinemaxX am Potsdamer Platz ein, und die zahlreich erschienenen kleinen und großen Gäste ließen sich ebenfalls von der Trickfilmfigur Lotte begeistern.
Im Rahmen des Dresdner Filmfestivals, das vom 17. bis 22. April 2007 stattfand, wurden anlässlich des 50. Jubiläums des estnischen Zeichentrickstudios Nukufilm die Jubiläumsausstellung und das Filmprogramm unter dem Titel „Having Soul - 50 Jahre Nukufilm Tallinn“ gezeigt.
Das Schaffen der estnischen Filmemacher gehört zum Programm vieler Festivals wie zum Beispiel das Internationale Trickfilm-Festival Stuttgart, Nordische Filmtage Lübeck und FilmFestival Cottbus.
Literatur
Die engen Kontakte zwischen estnischen und deutschen Schriftstellern sind vor allem dem Übersetzer und langjährigen Vorsitzenden des Estnischen Schriftstellerverbandes, Mati Sirkel, zu verdanken. Jaan Kross, Maimu Berg und Viivi Luik zählen heute ohne Zweifel zu den namhaftesten estnischen Autoren und sind auch den deutschen Lesern bekannt. Als Übersetzer estnischer Literatur sind Irja Grönholm und Cornelius Hasselblatt zu nennen, die bereits seit vielen Jahren erfolgreich tätig sind. Im Oktober 2006 erschien im Hempen-Verlag zum ersten Mal das Jahrbuch „estonia. Jahrbuch für estnische Literatur“. Die Übersetzerin und Herausgeberin Irja Grönholm stellt jedes Jahr neuere Texte estnischer Autoren in deutscher Übersetzung vor.
Im Januar 2005 präsentierte die estnische Botschaft in Berlin die neue deutschsprachige, in Stuttgart im Mayer-Verlag erschienene Ausgabe des estnischen Nationalepos „Das Lied vom Sohn des Kalev“ („Kalevipoeg“). Den einführenden Vortrag zum Thema „Kalevipoeg heute - seine psychologische Bedeutung für die Gegenwart“ hielt Prof. Dr. Peter Petersen, Herausgeber der Neuerscheinung. Das VAT-Theater führte den ersten Akt des „Kalevipoeg - The Cool Estonian Epic“ auf. Im Februar 2006 fand eine Präsentation der neuen Ausgabe „Kalevipoeg“ in der Katholischen Akademie Hamburg statt.
Im Januar 2007 wurde in der estnischen Botschaft in Berlin und an der Universität Göttingen das enzyklopädische Werk unter dem Titel „Johann Christoph Brotze. Estonica“ präsentiert. An den Veranstaltungen nahm der Herausgeber Prof. Dr. Raimo Pullat teil.
Durch die Vermittlung des Verbandes estnischer Verleger nimmt Estland jedes Jahr an der Frankfurter Buchmesse teil. Auf der jährlich stattfindenden Leipziger Buchmesse ist Estland seit 2006 bei der internationalen Veranstaltungsreihe „Kleine Sprachen - Große Literaturen“ vertreten. Bei Lesungen traten der Schriftsteller Ervin Õunapuu, der Dichter Jürgen Rooste, die Dichterin Eeva Park und die Übersetzerin Irja Grönholm auf. Am 23. Oktober 2008 stellte die Schriftstellerin Eeva Park im Rahmen der Reihe „Europa literarisch“ in der Vertretung der Europäischen Kommission in Berlin ihren im November im Ihleo Verlag auf Deutsch erschienenen Roman „Falle, unendlich“ (Originaltitel: „Lõks lõpmatuses“) vor.
Kunst
Die Zusammenarbeit im Bereich der bildenden Kunst und die direkten Kontakte zwischen Künstlern und Fachleuten sind eng; partnerschaftliche Kontakte sind häufig auf regionaler und lokaler Ebene angesiedelt. Hierbei spielt auch die Tatsache eine Rolle, dass in Deutschland für die Bereiche Bildung und Kultur die Bundesländer zuständig sind.
Im November 2003 wurde die Rückgabevereinbarung des Altarbildes „Johannes der Täufer“ von Albrecht Dürer an die Bremer Kunsthalle unterzeichnet. Das Gemälde galt seit 1945 als verschollen und wurde Mitte der 1990er Jahre von estnischen Zollbeamten bei einem Ausfuhrversuch beschlagnahmt. Die feierliche Übergabe des Altarflügels durch Ministerpräsident Juhan Parts an Bundeskanzler Gerhard Schröder fand am 24. Mai 2004 in Bremen statt.
Ein Ergebnis der zehnjährigen Zusammenarbeit zwischen Tartu und dem niedersächsischen Lüneburg sind die Spenden der Einwohner Lüneburgs, ebenso Kiels und Hamburgs, für den Wiederaufbau der Jaani-Kirche in Tartu in Höhe von mehreren zehntausend Euro. Am 29. Juni 2005 wurde die Jaani-Kirche in Tartu feierlich wiedereröffnet. Bei den Eröffnungsfeierlichkeiten waren auch Bundespräsident Horst Köhler und Staatspräsident Arnold Rüütel anwesend.
In der Botschaft der Republik Estland in Berlin finden unter dem Gesamttitel „11 x 11“ stetig wechselnde Ausstellungen estnischer und deutscher Künstler statt.
Von März bis September 2006 wurde die Ausstellung „Genesis“ mit Reliefgemälden von Siim-Tanel Annus gezeigt. Von Januar bis September 2007 stellte die estnische Künstlerin Meiu Münt ihre Gemälde unter dem Motto „Der Tag ist dunkel“ vor.
Am 7. November 2007 wurde die Ausstellung des Estnischen Theater- und Musikmuseums „Arvo Pärt - bekannt und unbekannt“ eröffnet. Am 25. September 2008 wurde die Ausstellung „Lauf des Lebens“ der jungen Künstlerin Siiri Taimla im Beisein der Gattin des estnischen Staatspräsidenten, Evelin Ilves, feierlich eröffnet.
Im Februar 2006 wurden in der Ausstellung „Emerging Identites-EAST!“ im Deutschen Architektur Zentrum DAZ in Berlin 70 junge Architekturbüros aus den neuen EU-Mitgliedstaaten vorgestellt. Aus Estland nahmen Markus Kaasik und Andres Ojari aus dem Studio 3+1 teil. Im Rahmenprogramm zur Ausstellung fand ein Runder Tisch zur gegenwärtigen baltischen Architektur statt.
Im August 2006 veranstaltete das Deutsche Kulturforum östliches Europa im Auftrag des Estnischen Instituts im Schloss Caputh die Ausstellung „Das Estland der Gutshöfe - Zeugnisse deutschbaltischer Kultur“. Im Rahmen des Programms „E wie Estland“ wurde die Ausstellung im Jahr 2008 zudem im „Haus der Heimat“ in Stuttgart präsentiert.
Im März 2007 wurde in München eine Ausstellung einer Gruppe estnischer Schmuckkünstlerinnen FFFF - Kaire Rannik, Kristi Paap, Maria Valdma, Ketli Tiitsar - unter dem Titel „Permission To Grow Up“ veranstaltet. Es wurden Kindheitsfotos gezeigt, die als Inspiration für weitere Schmuckstücke und Objekte dienten und auf unterschiedlichen Installationen exponiert wurden.
Am 30./31. März 2007 fand in Stuttgart die 7. traditionelle Designkonferenz „Face to Face“ mit Estland als Partnerland statt. Die Veranstaltung wurde von dem Design Center Stuttgart und von dem Verband der Estnischer Designer organisiert. Es wurde ebenfalls eine umfangreiche Ausstellung über das estnische Design präsentiert.
Die Giedre Bartelt Galerie in Berlin hat sich der Vermittlung estnischer, lettischer und litauischer zeitgenössischer Kunst verschrieben. Seit 2003 sind unter anderem Werke von estnischen Künstlern und Künstlerinnen wie Peeter Laurits, Toomas Kalve, Liina Siib, Mark Raidpere, Ly Lestberg gezeigt worden.
In der Berliner Glasnacht, die am 2. Juni 2007 durchgeführt wurde, wurden zum ersten Mal die Werke der estnischen Künstlerinnen Eeva Kasper, Viivi-Ann Keerdo und Tiina Sarapu gezeigt. Dieselben Künstlerinnen vertraten Estland auch im Frühjahr 2008 in der Ausstellung „3+3“ in Esslingen.
Vom Ende September bis Anfang November 2007 konnte in der renommierten Berliner Galerie „Haus am Lützowplatz“ die zeitgenössische estnische Kunst besichtigt werden. In der Ausstellung „I was here - Artists from Estonia“ wurden die Werke von 13 Künstlern und Künstlerinnen präsentiert.
Im Frühjahr 2008 wurde im Landesmuseum Mainz die Ausstellung „Wilde Genialität“ gezeigt, ein Gemeinschaftsprojekt des Landesmuseums Mainz und des Estnischen Kunstmuseums über das Schaffen des Rokoko-Malers Gottlieb Welté, der in Estland tätig war.
Vom März bis Juni 2008 zeigte das Ludwig Forum für Internationale Kunst in Aachen in der Ausstellung „Borderlives“ die zeitgenössische Kunst aus Helsinki, St. Petersburg und Tallinn. Die Hauptstadt Estlands war mit Werken von Marko Laimre, Marko Mäetamm, Mark Raidpere, Ene-Liis Semper und Jaan Toomik vertreten.
 
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