Im Bereich der Verteidigungspolitik
gehört Deutschland zu den führenden Partnern Estlands. Es wird viel Wert auf
den Ausbau einer umfassenden, hauptsächlich praxisorientierten Kooperation
gelegt.
Im Jahr 2007 änderten sich die
bisherigen Grundsätze der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Estland. Die
frühere Form der Zusammenarbeit zwischen einem Geber- und einem Empfängerland
wurde aufgrund der NATO-Mitgliedschaft durch eine neue Art der Zusammenarbeit
abgelöst, die auf gleichwertigem Einsatz der Partner beruht.
Die Beteiligung Deutschlands an der NATO-Mission zum Schutz des Luftraums über den baltischen
Staaten hat sich zu
einer wichtigen Komponenten der Zusammenarbeit im Bereich der Verteidigung
entwickelt. Von Januar bis April 2011 übernahm Deutschland turnusmäßig den
Einsatz der NATO-Luftraumüberwachung im Baltikum bereits zum vierten Mal. Von
November 2010 bis März 2011 nahm das estnische Vessel Protection Detachment innerhalb des
deutschen Kontingents der Atalanta-Mission vor der Küste Somalias teil.
In der letzten Zeit wird der Ausbildung, der Beschaffung und Verwaltung von
Ausrüstung, der Marinekooperation, dem Umweltschutz und der Rüstungskontrolle
Priorität eingeräumt. Zudem beteiligt sich Deutschland an der Tätigkeit des in
Tallinn beheimateten Cyber-Abwehrzentrums der NATO. Zu der Baltischen
Verteidigungsakademie in Tartu hat Deutschland Lehrkräfte und Offiziere
entsandt. Zugleich haben estnische Militärs die Chance gehabt, sich in
Deutschland fortzubilden.
Seit Juli 2001 hat Estland in Deutschland auch einen Verteidigungsattaché.
Oberstleutnant Kristjan Moora führte dieses Amt von August 2008 bis Ende Juli
2011 aus. Sein Nachfolger ist seit dem 1. August 2011 Fregattenkapitän
Roman Lukas. Der für Estland zuständige deutsche Verteidigungsattaché
Oberstleutnant Axel Pfaffenroth ist seit September 2010 im Amt und residiert in
Helsinki.