Deutsch
Eesti English
Informationen und Presse »

Präsident Ilves: Euro-Einführung war "fantastische Idee"

12.12.2011

Wien (APA) - Trotz der gegenwärtigen Euro-Krise hält Estlands Staatspräsident Toomas Hendrik Ilves die Einführung des Euro in seinem Land im schlimmsten Krisenjahr der Gemeinschaftswährung für „eine fantastische Idee“. „Nicht der Euro ist Schuld an der gegenwärtigen Krise, sondern das Verhalten einiger Regierungen“, so Ilves, der mehr finanzpolitische Disziplin forderte, am Rande der „World Policy Conference“ in Wien gegenüber der APA.

Einzig Estland und Luxemburg hätten die Regeln der Euro-Zone von weniger als drei Prozent Budgetdefizit und einer Schuldenquote unter sechzig Prozent befolgt, betonte das estnische Staatsoberhaupt. Viele würden die zu schnelle Osterweiterung für die gegenwärtige Krise verantwortlich machen, aber wenn man sich die Finanzdaten anschaue, sehe man, dass diese Länder weit besser dastünden als viele alte Mitgliedsländer, so Ilves. „Das passiert nicht von allein, sondern benötigt viel Arbeit“, erklärte er. Daher sei er sehr froh, dass die Regeln auf dem EU-Gipfel diese Woche verstärkt wurden, so Ilves, der das Krisenmanagement von Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel lobte.

Der weitgehenden Alleingang der großen Länder Deutschland und Frankreich störe ihn in diesem spezifischen Fall des Krisenmanagement nicht, auch wenn das kleine Estland generell die Gemeinschaftsmethode bevorzugen würde, wie er erklärte. „Denn sonst landet man bei einem Direktorium, wo die großen Ländern die Entscheidungen fällen, aber in diesem spezifischen Fall sind wir glücklich“, meinte Ilves.

Denn Estlands Position sei sehr nahe zu jener Deutschlands gewesen: für finanzpolitische Verantwortung, das Befolgen der Regeln und eine Begrenzung der Schulden. „Frau Merkels Haltung war entschieden und energisch und darüber sind wir froh“, erklärte er. „Ich denke, dass die Mechanismen der Entscheidungsfindung in der EU überarbeitet werden müssen, aber bisher wurde unser Interesse ganz angemessen vertreten durch Frau Merkel“, so Ilves weiter.

„Der Euro ist eine fantastische Währung, stark, wundervoll und nicht in Gefahr“, schwärmte Ilves, dessen Land die Gemeinschaftswährung zu Beginn dieses Jahres eingeführt hat. In Estland habe der Euro das Vertrauen der Investoren in das Lands wiederhergestellt und Währungsspekulationen beendet, erklärte er.

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Sonntag, 11.12.2011  

 
Artikel im Internet

TopBack

© Botschaft der Republik Estland in Berlin Hildebrandstraße 5, 10785 Berlin, Tel. (49) 30 254 606 02, E-Mail: Embassy.Berlin@mfa.ee