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20 Jahre Partnerschaft - Kreis Minden-Lübbecke und Viljandi

30.06.2012


Artikel im Mindener Tageblatt

Kreis feiert 20 Jahre Partnerschaft mit Viljandi in Estland

 

Freunde begegnen sich auf Augenhöhe / Freundschaft gilt allen als Erfolgsgeheimnis

 

VON CARSTEN KORFESMEYER

 

30.06.2012

 

Minden (cko). Als der Mühlenkreis vor exakt 20 Jahren die Partnerschaft mit dem Kreis Viljandi (Estland) eingegangen ist, gab es dort nicht einmal ein Kopiergerät. Inzwischen arbeiten die Parlamente dort nahezu papierlos - und die befreundeten Kommunen begegnen sich heute auf Augenhöhe.

Dass der wirtschaftliche Aufschwung in der landwirtschaftlich geprägten Region der ehemaligen Sowjetrepublik allein an der Partnerschaft mit Minden-Lübbecke gelegen hat, behauptet zwar niemand, allerdings: "Wir haben aber schon mit dazu beigetragen", sagt Winfried Räbiger, Vorsitzender des Vereins "Partner für Estland". Er gilt zusammen mit dem verstorbenen Kommunalpolitiker Richard Werncke als Gründer der Verbindung beider Kreise. Vieles habe sich seit 1992 getan. "Estland hat eine unglaubliche Entwicklung durchlaufen", sagt Räbiger.


Zwischenmenschlich hat es immer gestimmt. "Anders wäre dieser Erfolg der Partnerschaft nicht möglich gewesen", sagt Dr. Mart Lanemäe, Botschafter der Republik Estland und am Freitag zu Gast beim offiziellen Empfang im Kreishaus. Beeindruckt zeigt sich der Mann aus Berlin von der gelebten Freundschaft beider Kreise. Er spricht von "Begegnungen" und nennt drei Abschnitte der vergangenen zwei Jahrzehnte: elementare Hilfe, den Weg nach Europa und die Partnerschaft Estlands mit Europa.


Lanemäe bezeichnet den Kontakt mit dem Mühlenkreis als Türöffner. "Man hat uns zu einer Zeit sehr geholfen, als Estland noch gar nicht in der EU war", sagt er. Auch Alt-Landrat Wilhelm Krömer erinnert sich noch gern und genau an die Anfänge. Nicht nur der wirtschaftliche Aspekt wie Fördermittel oder die Schaffung von Ausbildungsplätzen sei dabei beachtet worden. "Es gab unter anderem auch einen fachlichen Austausch im Gesundheitswesen." Ärzte des Klinikums hätten immer einen engen Kontakt zu ihren Kollegen in Viljandi gehalten. "Bis heute", sagt Krömer.

Beide Kreise sprechen von vielen Synergien, die sich mit der Zeit ergeben haben. "Die Menschen in Estland haben eine so fröhliche Art, mit ihren Problemen umzugehen", sagt Räbiger. Im Alltag gehe es dort nicht immer so hektisch zu - und generell überwiege eine Herzlichkeit, von der man hierzulande durchaus lernen könne. "Wir haben auch Schulpatenschaften gegründet oder Kontakte zu Vereinen", sagt Lembid Kruuse, Landrat des Kreises Viljandi. Gleiches gelte für den kulturellen Austausch, denn die deutsche und estländische Geschichte seien eng verbunden. So werde auf den Erhalt alter Schlösser und Herrensitze viel Wert gelegt.

22 Personen zählt die estländische Delegation. Viele sind zum ersten Mal im Mühlenkreis - und werden diesen bis Sonntag kennenlernen dürfen. "Ich bin zum dritten Mal hier", sagt Vaike Rajaste. Sie ist Leiterin der Tanzgruppe Vabajalg, die am Freitag zwei viel beachtete Auftritte hatte. Nicht nur sie ist felsenfest davon überzeugt, dass der Erfolgsgeschichte dieser Partnerschaft noch unzählige weitere Kapitel hinzugefügt werden können.

Copyright © Mindener Tageblatt 2012

Foto 1: Kreis /Oliver Roth

Bunte Partnerschaft: Botschafter Mart Lanemäe (durch das Mühlenkreissymbol blickend) besuchte das Jubiläumstreffen mit den beiden Landräten Ralf Niermann (unten von rechts) und Lembid Kruuse (dazwischen die Leiterin der Tanzgruppe, Vaike Rjaste).



Im Internet:
Mindener Tageblatt

 

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