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Finnentag 2013 - Artikel in der Zeitung SHZ

27.02.2013

Finnische Freiheit und Freundschaft

27. Februar 2013 | 00:00 Uhr | Von Kristina Röhrs

Gedenken an finnische Soldaten:
Kranzniederlegung am Sonnabend, 2. März, mit Gästen aus dem In- und Ausland

Hohenlockstedt. Das Lockstedter Lager - außerhalb des Kreises Steinburg nicht unbedingt jedem ein Begriff. Ganz anders in Finnland. Dort weckt der Name schon bei dem Nachwuchs patriotische Gefühle. "Und jeder Finne, der nach Deutschland kommt, macht erst einmal in Hohenlockstedt halt", weiß Bürgermeister Bernhard Diedrichsen. Kein Wunder, denn Hohenlockstedt gilt als Wiege der finnischen Unabhängigkeit. Finnische Freiheitskämpfer wurden dort im Ersten Weltkrieg ausgebildet. Ein Stück Geschichte, das in Finnland und auch in Hohenlockstedt jedes Jahr gewürdigt wird und zum Grundstein für viele Freundschaften zwischen den beiden Nationen wurde. Auch heute noch besteht eine enge Bande zwischen beiden Ländern dank des Finnentags. Seit vielen Jahren ist die Festveranstaltung zum Gedenken an die Soldaten fester Bestandteil des Terminkalenders in Hohenlockstedt. Dieses Jahr findet der Finnentag am Sonnabend, 2. März, statt. Mit dabei sind die Botschafterin der Republik Finnland, Päivi Loustarinen sowie viele Ehrengäste aus Finnland.

Der historische Tag jährt sich dieses Jahr zum 98. Mal. Am 25. Februar 1915 kamen die jungen Soldaten als Pfadfinder getarnt nach Hohenlockstedt, um sich für den Freiheitskampf gegen Russland ausbilden zu lassen - insgesamt waren es rund 2000. Finnland war als Großfürstentum Finnland damals Teil des Russischen Reiches. In Finnland wird dieses Jahr sogar besonders groß gefeiert. Denn vor genau 95 Jahren kehrten die ersten Soldaten aus Hohenlockstedt zurück. Ihre beschwerliche Heimreise führte sie unter anderem auch durch Estland. Auch dort wird den Freiheitskämpfern gedacht, weshalb zum ersten Mal in Hohenlockstedt auch die estnische Flagge gehisst und hoher Besuch aus Estland erwartet wird: Dr. Kaja Tael, Botschafterin der Republik Estland kommt am Wochenende nach Hohenlockstedt.

Die Tradition, den Finnentag zu feiern, gibt es bereits seit Jahrzehnten. "Seit den 50er-Jahren wurde die Gedenkfeier immer größer", berichtet Diedrichsen. Auch für dieses Jahr ist wieder ein umfangreiches Programm geplant. Den Vormittag gestaltet der Verein für Kultur- und Geschichte von Hohenlockstedt. Das Museum am Wasserturm öffnet um 8.30 Uhr. Um 9.30 Uhr steht die Begrüßung an, um 9.45 Uhr berichtet Hans-Günter Schmidt aus Hamburg über "Das IX. Armeekorps". Gegen 11 Uhr gibt es eine Ortsführung durch das historische Lockstedter Lager. Den offiziellen Auftakt bilden um 14.30 Uhr die Ansprachen und Kranzniederlegungen im Ehrenhain. Unter anderem werden neben Bürgermeister Diedrichsen auch Brigardegeneral a.D. Asko Kilpinen für Finnland und Riho Terras, Oberbefehlshaber der Estnischen Streitkräfte sowie Rainer Glatz, Generalleutnant und Befehlshaber Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam sprechen.

Die Feier wird durch den Ehrenzug der deutsch-finnischen Reservistenkameradschaft umrahmt und vom Musikzug Hohenlockstedt begleitet. Nach den Feierlichkeiten gibt es in der Aula der Grundschule eine Kaffeetafel mit Redebeiträgen und Ehrungen, zu der etwa 200 Leute erwartet werden. Den Abend lassen die Hohenlockstedter zusammen mit ihren Gästen aus dem In- und Ausland in der Dorfschmiede in Ridders mit einem lockeren Jägerabend ausklingen.

Im Internet:
www.shz.de

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