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DPA: Brückenschlag über die Ostsee

02.05.2013

Schleswig-Holstein

Albig will Kontakte ins Baltikum knüpfen

Von Deutsche Presse-Agentur dpa |

02.05.2013 10:32 Uhr


Brückenschlag über die Ostsee: Ministerpräsident Torsten Albig will die Beziehungen zu baltischen Staaten ausbauen. Er sieht dort große Entwicklungschancen. Albig führt in Estland, Lettland und Litauen Gespräche mit Spitzenpolitikern.

Kiel. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig sieht im baltischen Raum große Potenziale, die auch dem nördlichsten Bundesland von Nutzen sein können. „Estland, Lettland und Litauen haben enorme Wachstumschancen, von denen auch wir profitieren können“, sagte der SPD-Politiker im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. „Dort gibt es eine enorme Dynamik.“ Albig wird vom 6. bis 11. Mai alle drei baltischen Staaten besuchen und dort mit den Ministerpräsidenten und weiteren Mitgliedern der einzelnen Kabinette zusammentreffen.

„Das sind Staaten, die sich sehr intensiv und positiv in Richtung Europa entwickeln“, sagte Albig. „Außerdem beeindruckt es mich, wie konsequent sie Althergebrachtes infrage stellen und mit welcher Kraft sie Modernisierungen umsetzen, für die wir Jahrzehnte bräuchten. Da können wir eine Menge lernen.“ Als Beispiel nannte Albig E-Health, also die Nutzung der Elektronik für die verschiedensten Bereiche im Gesundheitswesen.

„Umgekehrt sind die baltischen Staaten für uns als Wirtschaftsstandort sehr wichtig“, sagte der Kieler Regierungschef. So habe Litauen erst 200 Megawatt Windenergie-Leistung installiert. Das ist nur ein Bruchteil dessen, was Schleswig-Holstein vorweist. In dem Bereich sieht Albig gute Exportchancen für die heimische Wirtschaft. Litauen wolle auch seinen Fährhafen Klaipeda ausbauen, zu dem es bereits seit vielen Jahren fast tägliche Verbindungen nach Kiel gibt. „Litauen möchte den Fährverkehr weiter in Richtung Osten intensivieren — da können wir uns direkt anhängen.“

Albig will seinen Besuch auch dazu nutzen, die Fäden im Ostseeraum enger zu knüpfen, zumal Litauen am 1. Juli die EU-Ratspräsidentschaft übernimmt. „Wir sollten uns in der Region noch stärker als Einheit verstehen“, sagte der Ministerpräsident. Dabei gehe es auch darum, sich im Wettbewerb um EU-Fördergelder zu behaupten. „Die Südeuropäer sind uns da voraus.“

Das Schleswig-Holstein Musik Festival wird bei Albigs Besuch im Baltikum ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Die drei baltischen Staaten bilden in diesem Jahr den Länderschwerpunkt bei dem musikalischen Großereignis im Norden. „Alle drei Ministerpräsidenten haben angekündigt, zur Eröffnung zu kommen“, sagte Albig. Er freue sich über die große Wertschätzung, die Estland, Litauen und Lettland Schleswig-Holstein entgegenbrächten. In Lettland wird Albig sogar vom Staatspräsidenten empfangen. „Das ist alles andere als selbstverständlich.“


Kieler Nachrichten:
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