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F.A.Z. - Air Policing im Baltikum

05.01.2011

"Air Policing" im Baltikum

löw. BERLIN, 4. Januar. Zum vierten Mal geht die deutsche Luftwaffe im Rahmen der gemeinsamen Bündnissicherheit der Nato in einen Einsatz in den baltischen Staaten. Mit sechs Jagdflugzeugen übernimmt sie die Sicherung des Luftraums, das sogenannte Air Policing, über Litauen, Lettland und Estland von Januar bis Ende April 2011. An diesem Mittwoch sollen nach Bundeswehrangaben rund 100 Soldaten - vorwiegend vom Jagdgeschwader 71 "Richthofen" aus Wittmund und vom Objektschutzregiment "Friesland" aus Jever - mit ihren F4-Phantom-Flugzeugen in Siauliai (Schaulen) in Litauen einsatzbereit sein.

Das Air Policing ist in der Nato eine Bündnisaufgabe, wird aber in der Regel von den einzelnen Nationen über ihrem Staatsgebiet mit eigenen Kräften wahrgenommen. Weil die baltischen Staaten - wie in der Nato auch Slowenien und Island - keine eigenen Fähigkeiten zur Luftverteidigung haben, übernehmen das verbündete Streitkräfte im Wechsel. Die Bundeswehr löst in Schaulen die Amerikaner ab, nach ihr sollen die Franzosen übernehmen. Entsprechende Einsätze hatte die deutsche Luftwaffe im Baltikum schon 2005, 2008 und 2009; über Island, wo kein ständiges Air Policing der Nato stattfindet, sondern gelegentliche Einsätze, um Präsenz zu zeigen, hatte sie im vergangenen Jahr einen Einsatz.

Für die kleinen baltischen Staaten ist es nicht nur aus finanziellen Gründen wenig attraktiv, eigene Abfangjäger zu kaufen. Dort wird auch die so gesicherte ständige Präsenz der anderen Verbündeten als wichtiges Signal an Russland angesehen, dessen Exklave Königsberg westlich von Litauen liegt. Gelegentlich hat es den Anschein, als ob die russischen Streitkräfte die Reaktionen der Nato erprobten: So haben beim letzten Einsatz im September 2009 deutsche Eurofighter ein russisches Aufklärungsflugzeug abgefangen, das sich ohne Überfluggenehmigung dem baltischen Luftraum näherte.


Text: F.A.Z., 05.01.2011, Nr. 3 / Seite 4

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