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IfW: Euro-Einführung keine Belastung für die Eurozone

03.01.2011

IfW: Euro-Einführung in Estland keine Belastung für Eurozone

03.01.11, 11:33 Uhr

BERLIN (Dow Jones) --Die Euro-Einführung in Estland stellt nach Einschätzung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) "keine Belastung für die Eurozone" dar.

"Das neue Eurozonen-Mitglied Estland kann auf eine lange Stabilitätstradition zurückblicken", betonte das IfW unter Verweis auf eine Studie seiner Baltikum-Experten Klaus Schrader und Claus-Friedrich Laaser. Auch wenn Estland ebenso wie die beiden anderen baltischen Staaten Lettland und Litauen von der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise erheblich gebeutelt worden sei, stünden demnach "die Chancen gut, dass das Land nicht zu den Problemfällen der Eurozone zählen wird".

Einer der Gründe, weshalb Estland trotz erheblicher "Schleifspuren" der Finanzkrise in der inländischen Wirtschaftsentwicklung in die Eurozone aufgenommen worden sei, sei die solide Haushaltspolitik. Zudem sei Estland unter den baltischen Staaten stets der "Musterknabe" gewesen, wenn es im Zuge des Transformationsprozesses um die Umsetzung marktwirtschaftlicher Reformen gegangen sei, betonten die Kieler Ökonomen.

Estland sei nicht nur innerhalb der 3%-Defizitgrenze und weit entfernt von der 60%-Verschuldungsgrenze des Stabilitäts- und Wachstumspakts geblieben, sondern habe seit 2001 in einer Reihe von Jahren sogar Budgetüberschüsse erwirtschaftet. Anders als seine baltischen Nachbarn habe es auch in der Finanz- und Wirtschaftskrise, die ihm 2009 einen Wachstumseinbruch um 14% beschert habe, kaum Staatsschulden angehäuft. Estland habe auf die Wirtschaftskrise vielmehr durch ein Paket von Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen und zugleich eine reale Abwertung reagiert, die sich in sinkenden Löhnen und Preisen geäußert habe.

Nach dem Wachstumseinbruch des Jahres 2009 scheine Estland jetzt die Talsohle durchschritten und wieder einen nachhaltigen Wachstumspfad eingeschlagen zu haben, betonte das Kieler Institut. "Wenn sich Estland auf seine unbestreitbaren Reform- und Integrationserfolge und die damit verbundenen Tugenden besinnt, wird es seinen in der Krise unterbrochenen Aufholprozess fortsetzen können", erwartete IfW-Experte Schrader.

Von Andreas Kißler, Dow Jones Newswires,

DowJones

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