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Stern - Estland bejubelt den Euro

01.01.2011

www.stern.de

 

Erscheinungsdatum: 1. Januar 2011, 09:47 Uhr

Gemeinschaftswährung eingeführt: Estland bejubelt den Euro

Während der Rest der Welt das neue Jahr begrüßte, hat Estland den Euro gefeiert: Zum 1. Januar wurde in dem baltischen Land die europäische Gemeinschaftswährung eingeführt. Für die Esten ein wichtiger Schritt in Richtung Westen, der bejubelt wurde - mitten in der Euro-Krise.

Der Kreis der Euro-Staaten hat sich zum Jahreswechsel um ein Mitglied erweitert: Estland führte um Mitternacht als 17. Staat die europäische Gemeinschaftwährung ein. Die Baltenrepublik ist nach Slowenien und der Slowakei das dritte Land aus dem ehemaligen Ostblock, das den Euro als Zahlungsmittel übernimmt. In der Hauptstadt Tallinn wurde der Euro-Start mit einem Feuerwerk zu Mitternacht gefeiert.

Regierungschef Andrus Ansip zog den symbolischen ersten Euro-Schein aus einem Geldautomaten, der eigens dafür vor der Oper in der Tallinn aufgestellt worden war. "Dies ist eine kleine Summe für die Eurozone, aber ein großer Schritt für Estland", sagte Ansip. Die Euro-Einführung bestätige den Status Estlands als europäische Nation. Die Einheitswährung tritt an die Stelle der estnischen Krone, die wiederum 1992 den sowjetischen Rubel nach der Unabhängigkeit Estlands ersetzt hatte.

Mehrheit der Esten findet den Euro gut

Ungeachtet der Schuldenkrise in einigen Mitgliedsländern stehen die 1,3 Millionen Esten dem Euro-Beitritt mehrheitlich positiv gegenüber. Für sie ist es auch weiterer Schritt in Richtung Westen - heraus aus der Umklammerung des mächtigen Nachbarn Russland. In Umfragen unterstützten zuletzt rund 50 Prozent die Einführung der europäischen Währung, rund 40 Prozent lehnten dies ab. Bereits 2007 hatte die Regierung in Tallinn den Beitritt zur Euro-Zone versucht, scheiterte aber, weil die boomende Wirtschaft damals die Inflation zu stark nach oben getrieben hatte. Der Wechselkurs der Krone war bereits seit 2002 an den Euro gekoppelt. Estland ist seit der Osterweiterung 2004 Mitglied der EU.

Estland erfüllt im Gegensatz zu seinen baltischen Nachbarn Lettland und Litauen die Beitrittsbedingungen mit einem annähernd ausgeglichenen Staatshaushalt und geringen öffentlichen Schulden. Von den neuen ost- und zentraleuropäischen Mitgliedsländern der Union haben bisher nur Slowenien und die Slowakei ebenfalls dieses Ziel erreicht. Lettland und Litauen hoffen darauf, 2014 den Euro einführen zu können.

Insgesamt leben in der Eurozone 330 Millionen Menschen. Endgültig grünes Licht für die Einführung der EU-Währung in Estland gaben die Staats- und Regierungschefs bei einem Gipfeltreffen im Juni in Brüssel.

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