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Estnische Filmtage in München

17.03.2011 - 20.03.2011

Estnische Filmtage in München


Estlands Kultur im Film

Aus dem Land der Kulturhauptstadt Europas 2011 in die Münchner Stadtbibliothek

Die estnische Hauptstadt Tallinn trägt in diesem Jahr den Titel einer Kulturhauptstadt Europas. Grund genug, die Kultur und Lebensart, Vergangenheit und Gegenwart des kleinen, für viele noch recht unbekannten europäischen Nachbarn kennen zu lernen.

Doch der Weg von München nach Tallinn ist weit und deshalb wollen die beiden Münchner Estinnen Karin Ladva-Zoller und Signe Reilent ein Stück estnische Kultur in der bayerischen Landeshauptstadt erlebbar machen. Die Idee für die Estnischen Filmtage 2011 war geboren.

Diese finden vom 17.-20. März in der Münchner Stadtbibliothek im Gasteig statt. Unterstützer der Filmtage sind neben der Münchner Stadtbibliothek die Botschaft der Republik Estland und weitere Institutionen (http://www.estnische-filmtage.de).

Ausgewählt wurden neuere estnische Produktionen bzw. Koproduktionen, die in Deutschland bislang weitgehend unbekannt sind. Alle Filme befassen sich mit der Geschichte und Gegenwart Estlands, jeder von ihnen zeigt exemplarisch ein kleines Stück estnischer kultureller Identität.

Der Eröffnungsfilm „Disco und Atomkrieg“ dokumentiert ein absurd anmutendes Stück den Freiheitsdrang während des kalten Krieges der 1970er Jahre, als man in Nordestland westliches (finnisches) Fernsehen empfangen konnte und dies von Staat und Partei mit allen Mitteln versucht wurde zu verhindern. Produzent und Co-Autor Kiur Aarma, der dies als Kind miterlebte, kommt eigens nach München, um dem hiesigen Publikum für Fragen zur Verfügung zu stehen.

„The Singing Revolution“ zeigt die zeitliche Abfolge der friedlichen Revolution des estnischen Volkes, die 1991 eine Basis für die Ablösung von der Sowjetunion bot. Die US-amerikanischen Filmemacher Maureen Castle Tusty und ihr Mann James Tusty sowie Mike Majoros arbeiteten vier Jahre lang an dieser Dokumentation mit Interviews und reichhaltigem Archivmaterial der Geschehnisse, die, beginnend mit der sanften Kraft des Gesangs, zur Wiedererlangung der Unabhängigkeit führten.

Mit zwei Gruppen von großen und kleinen Minderheiten Estlands befassen sich die Filme „Aljosha“ und „Taarka“. Mit „Aljosha“ dokumentiert Meelis Muhu die Ereignisse um das Versetzen eines Bronzesoldaten in Tallinn, bei dem alte und neue Spannungen zwischen Esten und in Estland lebenden russischstämmigen Mitbewohnern aufbrachen und im April 2007 in wilden Randalen kulminierten. Der Spielfilm „Taarka“ von Ain Mäeots zeigt dagegen das Leben der im Südosten Estlands lebenden Seto (oder Setu), einer sprachlichen und kulturellen Minderheit – ähnlich den Samen im Norden Finnlands – anhand der historischen Figur einer Volkssängerin zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Ein weiterer Spielfilm „Meeletu“ (wörtlich „verrückt“, deutscher Verleihtitel „Elchtest“) von Elmo Nüganen hat eine überregionale und zeitlose Fragestellung zum Inhalt: Wie kann man seinem Leben einen Sinn geben? Er ist die Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks des bekannten estnischen Schriftstellers und Sängers Jaan Tätte, der mit „Bungee Jumping“ nicht nur auf Bühnen in München erfolgreich war, sondern auch in vielen anderen europäischen Städten bekannt wurde.

Die Dokumentation „Erkki-Sven Tüür – 7 Etüden in Bildern“ der estnischen Regisseurin Marianne Körver zeigt ein Porträt des international bekannten und neben Arvo Pärt vielleicht bedeutendsten lebenden Komponisten Estlands, Erkki-Sven Tüür, der sich über seine Musik hinaus mit der Frage des Sinns und der Verantwortung des Komponierens auseinandersetzt. Wegen ihrer Kürze werden im „Doppelpack“ die Filme „World Champion“ und „Normal“ gezeigt.

„World Champion“ von Moonika Siimets porträtiert den 83-jährigen Herbert Sepp als estnischen Stabhochsprungmeister auf dem Weg zu internationalem Erfolg. „Normal“ zeigt, durch zwei Regieteams aus Estland und Deutschland realisiert, Ausschnitte aus dem Alltag von vier nicht ganz gewöhnlichen Personen in unterschiedlichen Lebenssituationen: Mann und Frau, Stadt und Land, Estland und Deutschland. Zwei deutsche Regisseure Sandra van Slooten und Volker Maria Engel sind anwesend und stehen für eine Diskussionsrunde zur Verfügung.

Die Filme laufen überwiegend in estnischer Sprache mit englischen Untertiteln, um den Zuschauern die Eigenheiten der estnischen Kommunikation – Sprache, Gestik und Mimik – näher zu bringen. Ganz ohne gesprochene Sprache kommt dagegen der Puppenanimationsfilm „Geschichten von Miriam“ für Kinder aus, der in langjähriger estnischer Tradition vom Studio Nukufilm (auf Deutsch „Puppenfilm“) produziert wurde.

Veranstalter:

Karin Ladva-Zoller: karin@estnische-filmtage.de

Signe Reilent: signe@estnische-filmtage.de

Münchner Stadtbibliothek: sabine.hahn@muenchen.de

 

www.estnische-filmtage.de 

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