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Festrede des Botschafters anlässlich des Nationalfeiertages

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24.02.2017

Es gilt das gesprochene Wort

 

Festrede des Estnischen Botschafters in Deutschland,

Herrn Dr. Mart Laanemäe,

bei der Feier zum 99. Nationalfeiertag der Republik Estland

in Berlin am 24. Februar 2017

 

Wir feiern den 99. Jahrestag der Gründung der Republik Estland. Als geographischer Begriff und politisches Gebilde ist Estland viel älter und deshalb ist Estland eines der vielen alten Länder Europas, die einen bestimmten Tag in ihrer Geschichte zum Nationalfeiertag erklärt haben.

 

Darüber hinaus sind 99 Jahre in manchen Kulturen sogar wichtiger als andere runde Geburtstage.

 

Heute kann man mit Gewissheit feststellen, dass die Gründung der Republik in Estland dem Land die beste Möglichkeit für ihre Weiterentwicklung gegeben hat.

 

Um zu überleben, muss man sich in Nordeuropa ständig weiterentwickeln, denn unsere Geschichte ist eine großer Änderungen bzw. Disruptionen.

 

Nur eine vom Volk gewählte Regierung kann die notwendigen Entscheidungen treffen, die für die Weiterentwicklung notwendig sind.

 

Auch der Zusammenhalt ist notwendig, um die Herausforderungen des nordisch-baltischen Alltags überwinden, nicht nur im Land sondern in der gesamten Region.

 

Für Estland heute ist die Anbindung an Finnland, Lettland, Litauen, Schweden und die anderen skandinavischen Staaten sowie an alle Europäischen Staaten wichtig, unter denen Deutschland geographisch gesehen die zentrale Rolle spielt.

 

Auch wenn viele in Estland ein Land zu erkennen glauben, das sich für nur ein Thema interessiert, vor allem entweder Russland oder die Digitalisierung, wobei wir, wenn es schon ein Thema sein muss, die Digitalisierung bevorzugen, interessiert sich Estland für sehr viele unterschiedliche Themen, die für ganz Europa von Belang sind.

 

Estland interessiert sich dafür, dass es uns allen in Europa und der Welt besser geht. Dann geht es auch Estland besser. Im zweiten Halbjahr dieses Jahres sind wir sogar verpflichtet, uns dafür einzusetzen, durch den Vorsitz im Rat der Europäischen Union, als Vertreter aller bislang 28 Mitgliedsstaaten. 

 

Die Hauptaufgabe Estlands als Vorsitzführer wird sein, die Europäische Union einheitlich und beschlussfähig zu halten. Und das in allen Themenbereichen der EU.

 

Wir setzen auf vier breite Themenbereiche:

 

Offene und innovative Wirtschaft;

Sicheres und geschütztes Europa;

Digitales Europa und freier Datenverkehr;

Integratives und nachhaltiges Europa.

 

Und in dieser Zeit besinnen wir uns darauf, dass gemeinsame Werte das höchste Gut des Westens sind -  die Werte sind wichtiger als Geld, denn die Werte führen zum allgemeinen Wohlstand und Wohlfühlen. Eine Diktatur kann ihre Bürger reich machen, tut jedoch meistens auch das nicht, aber eine Diktatur wird die Werte nie an die erste Stelle ihrer Prioritäten setzen.

 

Und deshalb war und ist es für Estland so wichtig, dass es die Republik gibt. Eine Staatsform, die alle miteinander verbindet.  Es hat bessere, schlechtere und ganz schlechte Zeiten gegeben, aber die Republik hat alles überdauert, und wir wünschen wohl alle, dass sie noch lange dauern wird.

Auf dem Foto: Dr. Mart Laanemäe
Foto von Juho Nõmm

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